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Juli im Weinberg

Das ist der Gipfel …der Weinrebe.

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Aufgrund der feucht-schwülen Witterung treiben es unsere Weinreben im Weinberg momentan ziemlich wild beim Wachstum. Ihre Triebspitzen sind nun weit über den oberen Draht hinaus in den Himmel gewachsen und beginnen, aufgrund ihrer Länge und Schwere, sich sogar zur Seite zu neigen. Höchste Zeit für eine neue Frisur! Diese Arbeit heißt in der Fachsprache „Gipfeln“ und bedeutet für die Winzer, die ihre Weinberge in Steillagen haben, eine schweißtreibende Angelegenheit.

Mit einer großen Schere rücken wir den überstehenden Reben auf den Leib und schneiden sie ca. 20 cm oberhalb des Drahts ab. Die Schere wird von Stunde zu Stunde schwerer, die Arme schmerzen und die Juli-Sonne brennt unbarmherzig auf den Steilhang. Nur die Aussicht auf großartige Weine lassen diese Strapaze erträglich erscheinen, und irgendwann ist dann auch das Gipfeln erledigt und der Winzer freut sich auf eine kühle Weinschorle am Abend.

In flacheren Lagen übernimmt diesen Schnitt eine spezielle Maschine, die sauber oben und seitlich die Reben abschneidet. Doch damit ist es nicht getan. Um weiterhin für Licht-Luft-Sonne zu sorgen, entfernen wir vorsichtig (nur auf der sonnenabgewandten Seite, sonst droht Sonnenbrandgefahr für die Traube) einige Blätter in der Traubenzone.

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Die Trauben sehen noch nicht sehr lecker aus – sie sind klein, grün und hart. Weder Mensch noch Vögel hätten hier Lust zum Traubennaschen. Aber jetzt ist die Zeit, an die Aromenbildung zu denken. Denn: Wein entsteht im Weinberg – nicht im Keller! Die nützlichen Geiztriebe an der Rebe sind die Zuckerfabrik für die Traube. Selbstverständlich muss auch der Pflanzenschutz aufrechterhalten werden, denn gerade bei schwül-warmen Temperaturen vermehren sich Pilzkrankheiten gefährlich schnell.

Eine hochaktive Zeit im Weinberg, die viele Gäste miterleben möchten. Noch näher am Wein sein, die Arbeiten des Winzers kennenlernen, das Wachstum der Trauben beobachten, die Einflüsse der Natur und das regulierende Eingreifen des Winzers verstehen – all das bringen Ihnen „Gästeführer Weinerlebnis Franken“ nahe. Selbstverständlich mit Wein im Gepäck, um die Erlebnisse flüssig zu vertiefen.

Um Ihren Eindruck vom Weinland Franken abzurunden, empfehle ich Ihnen den Besuch eines der schönen Weinfeste. Die anstrengende Arbeit des Winzers haben Sie im Weinberg gesehen, und dass Winzer auch viel vom Feiern verstehen, erleben Sie hier hautnah. Viel Vergnügen!

Ihre

Martha Gehring

Gästeführerin Weinerlebnis Franken/ Fränkische Weindozentin


Jahresverlauf des Frankenweins

Von der Rebe bis ins Glas

Martha Gehring - Winzerin aus Leidenschaft und fränkische Weinbotschafterin - begleitet für "Franken - Wein.Schöner.Land!" mit Text und Bild den Frankenwein über das Jahr und erklärt die wichtigsten Aufgaben eines Winzers.

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