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Niederziehen

Reben binden oder niederziehen nennen wir Winzer „Erziehung“.
(März)

Niederziehen der Rebstöcke

Erziehung? Da denken wir doch in erster Linie an Kinder oder an Hunde, die erzogen werden müssen. Aber Reben?

Die Urform der Rebe ist ein Lianen-Gewächs und kletterte ursprünglich an Bäumen empor, um schneller an Sonnenlicht zu gelangen. Ähnlich „gestrickt“ ist auch die Vitis Vinifera (Weinrebe) und würde, ohne die Drahtrahmenerziehung, zu Wildwuchs neigen und so eine Bewirtschaftung sehr schwer machen. Zudem ist mit einem gleichmäßigen Wuchs die optimale Versorgung der Traube gewährleistet und eine lockere Laubwand lässt Licht, Luft und Sonne strömen.

Niederziehen der Rebstöcke

Doch wie funktionierts? An den straff gespannten Drähten, die an sicher verankerten Stickeln (dicke Holzpfähle oder Metallstäbe) befestigt sind, haben die Fruchtruten nach dem Binden festen Halt. Wir nehmen eine Rute und biegen diese in eine Gerade oder Bogenform und fixieren sie am Bindedraht mit Weide, Draht oder Bindestreifen. Da so eine Rute leicht abbricht, bevorzugt der Winzer für diese Arbeit feuchtes, diesiges Wetter, ja dafür steht er sogar gerne mal im Regen. Falls er beim Rebschnitt zwei Fruchtruten stehen gelassen hat, bleibt eine davon als „Versicherung“ für eventuell auftretende Maifröste aufrecht stehen, denn die weiter vom Boden entfernten Knospen, sind nicht so anfällig für Nachtfröste.

Bei dieser Arbeit können wir den Frühling schon förmlich riechen und die Rebe beginnt an ihrer Schnittstelle zu „tränen“. Freudentränen, denn der Saft steigt aus den Wurzeln in den Stock und sorgt für neues Leben in der Rebe.
Auf geht´s!

Ihre

Martha Gehring

Gästeführerin Weinerlebnis Franken/ Fränkische Weindozentin


Jahresverlauf des Frankenweins

Von der Rebe bis ins Glas

Martha Gehring - Winzerin aus Leidenschaft und fränkische Weinbotschafterin - begleitet für "Franken - Wein.Schöner.Land!" mit Text und Bild den Frankenwein über das Jahr und erklärt die wichtigsten Aufgaben eines Winzers.

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