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Das Werk des Kellermeisters

Januar - still ruht der See … aber in den Kellern geht`s rund!

Was macht ein Winzer eigentlich im Januar? Sitzt er nur in der warmen Stube und sorgt dafür, dass seine privaten Weinvorräte getrunken werden?

Nein….natürlich nicht (nur ;-) ).

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Nur er weiß, welchen Wein er wie ausbauen möchte. Dafür muss er (oder sein Kellermeister - im Bild Kristin Zwiener im Familienweingut Braun, Fahr) sorgsam seine „Rohdiamanten“ in den Fässern prüfen, das nennen wir verkosten, und danach entsprechend reagieren. Verkostungen können auch anstrengend sein, denn noch ist der Wein nicht „füllfertig“. Zuviel Säure, zu viel Süße und trüb, so kann er sich momentan im Glas präsentieren. Er bietet geschmacklich noch nicht alle erfreulichen Eigenschaften, die wir nach dem Öffnen der Flasche erwarten dürfen. Der Kellermeister schnalzt aber schon mit der Zunge, denn in seinem Kopf hat er ein klares Bild des fertigen Weines und er weiß sich und den Wein auf der Zielgeraden

Ist sein Ziel ein frischer, fruchtiger Wein, hat er ihn bereits von der Hefe getrennt. Der Wein harrt nun im Edelstahltank seiner Abfüllung entgegen. Weine für das Premiumsegment liegen dagegen häufig lange auf dem Vollhefelager - im Fachjargon ist es das „sur lie“ Verfahren (auf dem Hefe-Bett ruhend) - und sie müssen nun, während ihrer Reifezeit im Tank, periodisch aufgerührt werden, damit sich die Hefe mit dem Wein vermischt. Bereits die Römer kannten diese Weinbehandlung. Das Aufrühren oder „Batonage“ sorgt am Ende für harmonische, cremig, schmelzige Weine. Der Begriff „Batonage“ kommt aus dem Französischen („Baton“=Stock) und bedeutet eigentlich windelweich Prügeln. Der önologische Ausdruck stammt vom Aufrühren der Hefe, wofür man früher einfach Stöcke verwendete. Heute haben wir technische Geräte, die diesen Prozeß übernehmen.

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Besonders pflegebedürftig sind die Holzfässer. Regelmäßig wird kontrolliert, ob die Gebinde auch spundvoll sind, damit das Holz eine positive Wirkung auf den Geschmack des Weins hat.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Weinausbaumethoden. Ein Trend ist „back to the roots” - zurück zum Ursprung des europäischen Weinbaus nach Georgien. Hier finden sich immer noch Qvevris (Tonamphoren) im Einsatz. Einige fränkische Winzer haben diese alte Methode wieder aufleben lassen und bauen Wein in Amphoren aus. Wieder andere schwören auf das Betonei oder Natursteinfässer aus Granit.

Vielleicht möchten Sie einen dieser Winzer kennenlernen und vor allem das Ergebnis eines solchen „alternativen“ Weinausbaus verkosten? Die Ergebnisse sind durchweg spannend und polarisieren natürlich die Weinwelt! Die Gästeführer Weinerlebnis Franken oder Fränkischen Weindozenten helfen Ihnen hier gerne weiter, denn sie kennen Winzer, die diese Ausbauart anwenden. Oder Sie erkundigen sich bei Ihrem Winzer direkt, ob er denn so etwas Spezielles im Keller hat. 

Während sich der Kellermeister um den 2016er Jahrgang kümmert, ist der Winzer mit seinem Team bereits im Weinberg beim Rebschnitt und stellt die ersten Weichen für das Weinjahr 2017. So ist der Übergang fließend. Nach ein paar Wochen Ruhe, Büroarbeiten, Zeit für die Familie und Freunde ist der Winzer bereits gedanklich im nächsten Weinjahr. Denn wir wissen: Wein entsteht im Kopf, nicht im Keller.

Genauso wichtig für einen funktionierenden Betrieb sind Marketingaktionen wie das Aussuchen neuer Etiketten oder die Überarbeitung der Preisliste. Messeauftritte werden geplant und vielleicht muss auch die Homepage aktualisiert werden. Wer „Übernachten beim Winzer“ anbietet, renoviert und restauriert fleißig und sorgt so für das besondere Ambiente der Gäste.

Für Sie ist der Winter doch der ideale Zeitpunkt Ihre Reise zum Wein in Ruhe zu planen, um alle Facetten Frankens zu erleben. Gönnen Sie sich ein Glas Frankenwein und gehen Sie gedanklich schon auf die Reise, vielleicht mit der passenden Lektüre, wie den einschlägigen Reisetipps von "Franken - Wein.Schöner.Land!".

Oder wie Eduard Mörike sagt:

Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihre

Martha Gehring
Gästeführerin Weinerlebnis Franken/ Fränkische Weindozentin


Jahresverlauf des Frankenweins

Von der Rebe bis ins Glas

Martha Gehring - Winzerin aus Leidenschaft und fränkische Weinbotschafterin - begleitet für "Franken - Wein.Schöner.Land!" mit Text und Bild den Frankenwein über das Jahr und erklärt die wichtigsten Aufgaben eines Winzers.

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